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Biofeedback - eine Erklärung

Biofeedback – Geräte waren früher hauptsächlich im Arbeitsbereich der Psychologen zu finden. In den letzten Jahren werden diese Geräte vermehrt auch im Bereich von Physiotherapeuten eingesetzt, besonders im Rahmen des Kontinenztrainings oder der Beckenbodengymnastik.
Bei dem Anspannen eines Muskels entsteht eine elektrische Spannung (Muskelfaser-Membranpotenzial), die über Sensoren (Rektal- / Vaginalsensoren) oder Oberflächensensoren abgenommen und an ein Messgerät übertragen wird. Die erfolgte elektromyographische (EMG) Ableitung wird für den Patienten mittels eines Leuchtbandes oder eines Balkendiagramms sichtbar gemacht oder auch in ein akustisches Signal umgesetzt. Das akustische Signal ist für den Patienten weit weniger gut zu klassifizieren als das optische. Bei Männern nach radikaler Prostatektomie und bei Patienten mit Stuhlinkontinenz werden in der Regel Rektalelektroden verwendet, da der, die Spannung aufnehmende Teil des Sensors, möglichst in der Nähe des Musculus sphinkter urethrae externus (äußerer Schließmuskel) platziert sein sollte.
Bei Frauen mit einer Harninkontinenz verwendet man bevorzugt Vaginalsensoren.

Um diese Geräte optimal einsetzen zu können, müssen sie manuell genau auf die Maximalkraft des Schließmuskels der Patientin / des Patienten einzujustieren sein. Diese Anforderung wird nicht von allen auf dem Markt befindlichen Geräten erfüllt.
Prinzipiell handelt es sich bei dem Rückschluss von der elektromyographischen Messung auf die tatsächliche Kraft des Muskels um eine Surrogatableitung (Ersatzableitung für eine tatsächliche Kraftmessung).
Eine tatsächliche Kraftmessung wäre nur über in die Harnröhre eingebrachte Drucksensoren möglich. Dieses Vorgehen ist allerdings für den Routinebetrieb zu invasiv.
Durch die Verwendung von EMG- Biofeedbacksystemen können sowohl das Krafttraining als auch das sensomotorische Training exakter und differenzierter durchgeführt werden.

Sensomotorisches Training bedeutet: Die Verbesserung der Koordination über das motorische Lernen.

Die meisten Patienten haben nur eine geringe Wahrnehmung im Bezug auf ihre Schließmuskulatur. Die Anspannungen / Entspannungen können nur ungenau empfunden und eingeschätzt werden.
Durch die EMG- Biofeedbacksysteme bekommt der Patient über die optische Anzeige der Spannungsintensität eine definierte Rückmeldung über seine ausgeführte Anspannung / Entspannung im Sinne einer Reafferenz (Rückmeldung oder Feedback).

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